Zwischen Himmel und Erde
© Stefanie Rasmussen-Brodersen
von Pastorin Maike Windhorn-Stolte, Bugenhagen-Kirchengemeinde Neumünster
Haben Sie schon einmal die Welt von oben betrachtet? Von einem Berggipfel aus, von der Aussichtsplattform eines Hochhauses oder dem Flugzeug? Wie winzig klein alles wirkt. Man selbst ist irgendwie entrückt von allen Alltagssorgen und dem Himmel ein ganzes Stück näher.
Wenn ich in die Bibel schaue, dann muss Jesus eine ausgesprochene Vorliebe für Berggipfel gehabt haben. Vielleicht kamen ihm da die besten Gedanken, fernab vom Trubel, dem Himmel so nah. Deshalb ist es naheliegend, dass er nun, am Ende seines Weges, mit seinen Jüngern einen Berg besteigt. Dies ist sein Abschied, Jesus kehrt heim zu seinem Vater im Himmel.
Herab, in die Welt zurück, müssen seine Jünger ohne ihn steigen. Traurig? Vermutlich. Vielleicht aber auch mit Hoffnung. Denn zuletzt gibt Jesus ihnen ein Versprechen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Das ist es, was bleibt und was die Jünger mitnehmen für ihren Weg den Berg hinab und hinein in das Gewimmel der Welt oder die Sorgen des Alltags. Was auch immer kommen mag, Jesus geht mit, sie sind gesegnet.
Wie die Himmelfahrt wirklich aussah, ist mir nicht wichtig. Aber dass ich behütet bin von Gott, gesegnet in meiner Welt – das ist mir wichtig. Und ich glaube, dann kann ich beides sein: Der Erde verhaftet und im Himmel geborgen. Weil Jesus dabei ist, alle Tage bis an der Welt Ende.
Und ganz ehrlich: Bei aller Begeisterung über den weiten Blick von einem Berggipfel war ich immer auch froh, wieder unten in der Welt zu sein. Denn da gehöre ich hin.
