Wahrlich, wahrlich

von Vikarin Helen Boldt, Vicelin-Kirchengemeinde Neumünster


So steht es diese Woche im Predigttext bei Luther. (Joh 6,47-51) Die griechische Vorlage lautet: „Amen, Amen.“ So sicher, wie das Amen in der Kirche, so sagt man ja auch sprichwörtlich. Denn das Amen kommt immer. Nur hier steht es nicht am Ende von einem Gebet, sondern am Anfang einer Predigt. Ein Jesuswort. Amen. Und dann: „Ich bin das Brot des Lebens“ und „ich bin das lebendige Brot“ und „wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit“. 

Was könntest du sagen, das du mit einem Amen einleitest? Vielleicht: Wahrlich, ich liebe dich. Wahrlich, dies oder das geht mir gehörig gegen den Strich. Wahrlich, so soll es sein, Jesus gibt mir Anteil an der Ewigkeit Gottes. 

Vergangene Woche habe ich Abendmahl gefeiert, wie ich es bisher noch nicht getan hatte. Auf Studienfahrt in Prag erlebte ich eine tschechische Pastorin, die Brotstück für Brotstück von der großen Brotscheibe zupfte. In aller Ruhe und Geduld. Sie brach das Brot, wie Jesus es gebrochen hat. Und sie sagte dazu: We are nourished by hope. Auf deutsch: Menschen, Gläubige nähren sich von Hoffnung. 

Das Brot gibt einen Bissen für jede:n und hält uns am Leben. Ich denke, wie das geteilte Brot braucht auch Hoffnung Ruhe und Geduld. Und wie die Predigt Jesu braucht die Hoffnung auch Entschlossenheit, um nicht nur mit einem Amen zu enden, sondern bereits damit zu starten.