Sorgen? Leben!

Lea Amtag

© Stefanie Rasmussen-Brodersen

von Pastorin Lea Amtag, Kirchengemeinde Neumünster-Gadeland


Habe ich die Haustür abgeschlossen? Die Kaffeemaschine ausgemacht? Was soll ich morgen anziehen? Habe ich genug für meine Prüfung gelernt? Wo habe ich nur diese wichtigen Unterlagen hingelegt? Habe ich eigentlich alles eingepackt, was ich brauche? Haben Sie sich eine dieser Fragen auch schon einmal gestellt? Wenn ja, dann kennen Sie wahrscheinlich dieses Gefühl der Unruhe, dass sich dann in einem breit macht. Es lässt uns keine Ruhe mehr und beherrscht unsere Gedanken. Das Einzige, was da meist nur hilft, ist nachsehen. Also ab nach Hause oder eine Person, die dabei war, fragen: Habe ich eigentlich…?

In der Bibel heißt es: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petr 5,7) Oder anders gesagt: Sorgt euch nicht so viel. Aber was hat Gott mit meinem Schlüssel oder meiner Kaffeemaschine zu tun? Nichts, erst einmal. Es geht vielmehr um dieses Gefühl der Unruhe. Dieses Gefühl, das einen vielleicht nicht schlafen lässt, das uns gefangen hält. Manches löst sich schnell auf, anderes beschäftigt mich vielleicht noch Wochen, bis es sich womöglich als unbegründet erweist. Es geht um die Frage, wie gelingt es mir loszulassen, mich frei von diesen Sorgen zu machen, um wieder mein Leben leben zu können. Nun nachgucken kann da helfen, oder mit einer Person darüber sprechen oder die Sorge mit einer Person teilen. Oder sich voller Vertrauen im Gebet an Gott zu wenden. Vielleicht in der Stille mit einer Kerze zu Hause. Vielleicht in der Natur an einem See. Vielleicht in einer Kirche. Lassen Sie sich stärken, denn das Leben ist zu schön, um sich von Sorgen gefangen nehmen zu lassen.