Gott sei Dank!
© Jürgen Schindler
Ein Lehrer erklärt seine Klasse zur „Daseinsberechtigungsbehörde“. Da die Weltbevölkerung zunimmt und es zu viele Menschen gibt, soll die „Daseinsberechtigungsbehörde“ über Leben und Tod jedes einzelnen entscheiden. Alle sollen der Behörde anonym zwingende Gründe darlegen, warum es ausgerechnet ihn/sie geben muss. Gründe wie „weil es mich nur einmal gibt“ und „weil ich so ein netter Mensch bin“ bis zu: „weil ich gebraucht werde“ und „weil ich schon so viel Gutes getan habe“ wurden eingereicht. Doch niemand in der Klasse erhält eine Daseinsberechtigung. Die Klasse ist ratlos. Da verweist der Lehrer auf Gott. „Gott schenkt uns das Leben! Von ihm kommt es her und zu ihm geht es wieder hin. Wir leben im Vertrauen darauf, dass Gott jeden einzelnen liebt. Egal, wie einer aussieht; was sie erreicht hat und wo er wohnt.
Oft können wir wenig tun gegen Sinnlosigkeit, Krieg und Konflikte. Gott aber will das Chaotische ordnen, das Leben und die Würde aller Geschöpfe entfalten, Unrecht beseitigen und für Leidende eintreten. Er braucht unsere Zeit, Kraft und Unterstützung, um Recht zu schaffen für die, die in Not sind. Zuflucht für die, die auf der Flucht sind und denen zu helfen, die an dieser aus den Angeln geratenen Welt leiden.
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: Nichts anderes als Recht üben, Freundlichkeit lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott“. (Micha 6,8)
„Aufmerksam mitgehen mit deinem Gott“ – darauf kommt es an. Ein Weggefährte Gottes zu sein. Seine Begleiterin. Beherzt und achtsam Schritte wagen für einander und miteinander. Vorbehaltlos, voller Zutrauen zu ihm und seinen Möglichkeiten. Wie Jesus. Wo SEIN Geist uns leitet, können wir lernen, neu zu sehen, neu zu bewerten und neu werden. Gott sei Dank.
