Geben macht reich

Pastorin Stefanie Kämpf

© Jürgen Schindler

von Pastorin Stefanie Kämpf, Christuskirchengemeinde Bordesholm


Sich eines jeden Menschen annehmen, der das jetzt von mir braucht: Das ist die zentrale Haltung gläubiger Christ*innen. 

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darübergemacht, dass sich jemandes „annehmen“ nicht „Nehmen“ ist, sondern „Geben“? Gerade durch das Geben bekommen Sie erst etwas dazu. Das kennen Sie vielleicht vom Sport: Die Anstrengung, die eine oder andere Übung macht, - die Energie, die dich der Sport kostet, das wird zu deiner Kraft. 

Die Zeit, die Sie für Ihren Sport, Ihr Gebet oder Ihre Meditation investieren, das wird zu Ihrem Gewinn, indem Sie Ihren Geist beruhigen, sodass Sie sich anschließend besser konzentrieren können, oder Ihre Zeit mehr, gelassener oder bewusster genießen können. 

Bevor Sie sich einer fremden Person oder Sache annehmen, ist es notwendig, dass Sie sich Ihrer selbst annehmen. 

Auch wenn Sie sich einen annehmenden Blick geben, werden Sie reicher. Sie sehen vielleicht auf all das, was Ihnen an sich selber nicht gefällt. Wenn Sie sich Annahme geben, wie Sie sind, dann lernen Sie die Schönheit zu erkennen in Ihrem gesamten So-Sein. Und nicht nur in den Dingen, die allgemein gerade als erstrebenswert gelten. 

Wenn Sie sich selbst mit Ihren Stärken und Schwächen annehmen, mit dem, worauf Sie stolz sind und mit dem, wofür Sie sich schämen: Dann können Sie auch andere Menschen oder Aufgaben annehmen mit ihren angenehmen und mit ihren unangenehmen Seiten. 

Geben ist seliger als Nehmen, steht in der Bibel. Darum ist das so: Wenn wir uns in eine Haltung des Nehmens bringen, dann bringen wir uns in ein Bewusstsein des Mangels. Wenn wir uns selbst annehmen und Gutes geben, dann kann das aus einer Haltung der Großzügigkeit mit sich selbst und mit anderen heraus geschehen. 

Ich wünsche Ihnen Frieden – mit sich, mit anderen, in der Welt!